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Mehr Kinder in der Schule: Eine Herausforderung für die Gemeinden

 Mehr Kinder in der Schule: Eine Herausforderung für die GemeindenDer Platz in den Schulzimmern der Volksschule wird immer enger. Die Klassen werden grösser, die Schulhäuser platzen aus allen Nähten. Dieses Problem könnte sich sogar noch zuspitzen.

19. 8. 2015

Seit Beginn des neuen Jahrtausends ist Kinderkriegen in der Schweiz wieder beliebter – und zwar mehr als ein Kind. Auch die verstärkte Zuwanderung hat dazu geführt, dass in der Schweiz immer mehr Kinder leben.

All diese Kinder werden einmal eingeschult, sie brauchen Platz in einem Schulhaus. Deshalb werden die Klassen vergrössert. Das ist eine Tendenz, die durch den allgemeinen Spardruck in vielen Kantonen noch verstärkt wird.

Ein Neubau braucht vier Jahre Planungszeit

Bei vielen Kindern in einem Raum steigt der Lärmpegel, die schlechte Luft und das Durcheinander. Die Konzentration leidet. Deshalb muss neuer Platz geschaffen werden, neue Schulzimmer, neue Schulhäuser müssen gebaut werden.

Das stellt viele Gemeinden vor grosse Probleme, weiss Bernard Gertsch. Er ist Präsident des Schweizerischen Verbandes der Schulleiterinnen und Schulleiter. «Um zusätzlich Räume bereitstellen zu können, braucht man viel Zeit. Für einen Neubau muss man vier Jahre rechnen, bei einem Anbau vielleicht mit drei Jahren.»

Die Zeit drängt. Die Schulen behelfen sich vielerorts mit Provisorien, wie mit Containermodulen, um die grösseren Schülerzahlen aufzufangen. Und nicht nur die Zeit ist knapp, auch das Geld. Neue Schulhäuser sind sehr teuer, und auch Renovationen oder Anbauten kosten Geld. Millioneninvestitionen sind nötig.

Neues Schulhaus für 33 Millionen Franken

Die Leiterin des Schulamtes der Stadt Bern, Irene Hänsenberger erläutert dies anhand des neuen Schulhauses Brünnen, das im Westen der Stadt gebaut wird. «Dieses Schulhaus wird die Stadt Bern rund 33 Millionen Franken kosten. Wir haben auch noch die Sanierung des Kirchenfeldschulhauses mit einer gleichzeitigen Erweiterung anstehend. Da rechnen wir mit einem ungefähr ähnlichen Betrag.»

Angesichts des fehlenden Geldes für neue Schulhäuser, der engen Platzverhältnisse in den Zimmern und den Kindergärten in Containern, stellt sich die Frage, ob es die Behörden nicht verpasst haben, die Infrastruktur den demografischen Fakten anzupassen.

Schliesslich konnte man schon vor Jahren absehen, dass diese kinderreiche Generation eingeschult wird. «Jein», sagt Gertsch: «Wir waren zeitweise insbesondere auf der Oberstufe eher mit zurückgehenden Schülerzahlen konfrontiert. Doch gerade auch durch die Zuwanderung ändert sich diese Situation schnell.»

Die Stadt Bern hat auf diese raschen demografischen Veränderungen reagiert. Das Schulamt will künftig besser vorausplanen. Bei den Prognosen zu den Schülerzahlen will es neu bis zu 15 Jahre in die Zukunft schauen und nicht nur wie bisher acht.

Quelle: srf.ch

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